Juli 16, 2020
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Nach einer ruhigen, problemlosen Nacht auf dem Parkplatz am Freilichtmuseum von Straznice, füllt sich dieser morgens zusehends. Nachdem wir Probleme mit unserer Wasserpumpe (sie hatte sich los gerüttelt) erst einmal behoben haben, kaufen wir uns also auch eine Karte und werden um 11 Uhr mit einer Führung, die uns sehr ans Herz gelegt wird, eingelassen.
Die Führung kostet eigentlich das Gleiche, wie der reguläre Einlass, nur kommt man in einige wenige Häuschen hinein, die ansonsten verschlossen geblieben wären.
Der Preis dafür ist eine riesengroße Gruppe, die sich trotz Corona eng in jede Bauernkate quetscht. Wir lesen immer schon unseren deutschen Text und warten bis zum Schluss.
Das Museum zeigt 65 verschiedene Häuser bzw. Gehöfte der Region Südmähren bzw. der mährischen Slovakei.
Es werden bäuerliche Gerätschaften und alte Erwerbszweige, wie Weinbau und Kelterei, Schreiner, Weber, Schmied, Sägemühle und Backsteinherstellung gezeigt.

Schön finden wir, dass auch ohne die Führung viele Häuser offen stehen und oftmals Personen in Tracht Handwerke erklären. Gegen Mittag kommt Regen auf und wir beschließen nach Kromeriz zu fahren. 
In Kromeriz erwartet uns wieder Unesco Weltkulturerbe. Gleich am Marktplatz gelegen ist das erzbischöfliche Schloss mit seinem 84 m hohen Turm.
Sein heutiges Aussehen erhielt es in der zweiten Hälfte 17.Jh. Das prächtige barocke Interieur ist knapp 100 Jahre jünger. Wir buchen die Führung 1: historische Prachtsäle und Schlossbibliothek.
Nur in ganz wenigen Räumen darf fotografiert werden. Wir sehen den Jägersaal, den rosa Salon, den Thronsaal, verschiedene Speisesäle und der Zarensalon. Hier residierte 1885 Zar Alexander II. und ein anderes Mal Kaiser Franz Josef I. (Sissi). Im prächtigen Versammlungssaal mit riesigen Dimensionen wurde 1848 Habsburger Reichstag gehalten. Die Bibliothek umfasst 88000 Bände.

Direkt neben dem Schloss ist ein 47 Hektar großer Schlosspark angelegt, der in seinen ältesten Teilen auf das 15.Jh. zurückgeht. 
Noch bedeutender ist aber der Blumengarten genannte Lustgarten 800m westlich der Altstadt. Nach den Zerstörungen des Dreißigjährigen Kriegs wurde hier 1665, in knapp 10 Jahren, ein Spätrenaissancegarten angelegt.
Heute ist eine frühbarocke Parkanlage auf 14,5 Hektar zu besichtigen, in der niederländische, als auch italienische Einflüsse erkennbar sind.

Wir sehen uns den Ehrenhof, die Gewächshäuser mit Volieren, den Kräutergarten, verschiedene Labyrinthe, die Erdbeerhügel, den Hasenhügel (mit echten Hasenställchen integriert), die Rotunde im Mittelpunkt (leider geschlossen, mit Foucaultschem Pendel) und die Kolonaden an. Der Garten wurde zwar im 19. Jh. renoviert, jedoch wurde die grundlegende Form immer erhalten. In der Unesco Beschreibung heißt es: Das Design und die Anmutung des Lustgartens von Kromeriz von 1665 blieb nahezu vollständig erhalten und macht ihn damit zu einem extrem raren Exemplar eines frühbarocken Gartens. Wir fahren am Abend noch in die Bata Stadt Zlin, wo die Weltmarke ihren Ursprung hatte. Doch davon mehr morgen...