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Weltkulturerbe Ephesus und eine Dampfloksammlung


Den heutigen Tag haben wir uns komplett für die antiken Ausgrabungen des Weltkulturerbes Ephesus reserviert.
Vom höher gelegenen Südparkplatz aus starten wir unsere Besichtigung. Die Stadt Ephesus geht auf insgesamt 4 Stadtgründungen zurück.
Eine erste archaische Stadt geht auf das 6. vorchristliche Jahrhundert zurück. Diese befand sich in der Nähe des Koressosgebirges.
Das zweite Ephesos entstand nahe des Artemistempels in der Ebene (übrigens ehemals eines der 7 Weltwunder der Antike). König Krösos zwang um 560v. Chr. die Bewohner sich hier anzusiedeln.
Als Lysimachos die Abwasserkanäle der Stadt 296 v. Chr. stilllegte zwang er die Bewohner zur dritten Gründung am Hang des Pion. Knapp 100 Jahre später gehörte es zur römischen Provinz Asia.
88 v.Chr. stellten sich die Bewohner gegen Rom, wobei 80000 Römer zu Tode kamen. Nach einer Periode der römischen Bestrafung blühte die Stadt dann ab 29 v.Chr. auf und wurde die erste und größte Metropole Asiens.
Erst als im 5./6. Jh der künstliche Hafen versandete siedelten die Bürger um an den Ort des heutigen Selcuk.
Das Ausgrabungsgelände ist riesig, man hat von der Fläche her wirklich den Eindruck einer kompletten Stadt.
Es gibt Heiligtümer, Monumente, Tempel, Bäder, eine Therme, marmorne Prachtstraßen, kleine und große Theater, ein Bordell, die Hanghäuser, Händlerviertel und natürlich die berühmte, einzigartige Celsus Bibliothek.
Es ist wirklich eine Reise wert. Ich lasse die Bilder sprechen.
Am kuriosesten finde ich eine in eine Marmorplatte auf der Prachtstraße eingeritzte Werbung für vom Hafen kommende Besucher.
Sie wirbt für ein Bordell in der Nähe mittels eines Fußabdrucks und einer Vertiefung in die Münzen passen. Soll heißen: bitte nur Erwachsene (Fußgröße) und bringe soviele Münzen wie du in diese Vertiefung legen kannst. Am frühen Nachmittag sind wir dann doch fertig mit Ephesus und fahren ins 8 km entfernte Camlik. Dort erwartet uns ein Freilichtmuseum für Dampfloks.
Die Sammlung ist riesig, was womöglich daran liegt, dass diese Technik in der Türkei lange im Einsatz war.
Es gibt 33 Dampfloks in allen Größen und aus vielen verschiedenen Herkunftsländern: USA, Frankreich, Schweden, Deutschland und England.
Die Älteste, die ich finde, stammt aus dem Jahr 1887, die Jüngste von 1952.
Im Restaurant am Museum essen wir vorzüglich von einem Buffet landestypische Speisen, lecker.
Den Abschluss des Tages bildet der Besuch des archäologischen Museums von Ephesus, im dem wir die Eindrücke und Erkenntnisse des Tages noch einmal mit den originalen Artefakten abrunden können. 

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