August 12, 2026
0

Ein ruhiger Morgen empfängt uns auf dem kostenlosen Wohnmobilstellplatz in Næstved. Nach dem Frühstück nutzen wir die Zeit für einen kleinen Stadtbummel. Unser Weg führt uns durch die Straßen bis zur imposanten Sankt-Peders-Kirche, einer der größten gotischen Backsteinkirchen Dänemarks, und weiter über den belebten Marktplatz. Gegen Mittag brechen wir zu unserem Hauptziel auf: dem Næstved Automobil- und Sammlermuseum.

Schon beim Betreten fühlen wir uns in ein typisch skandinavisches Sammelsurium versetzt. Die riesige Halle, die einst von Peder Spandet ins Leben gerufen wurde, erstreckt sich über 3.400 Quadratmeter und beherbergt eine erstaunliche Vielfalt. Über 180 Autos, knapp 100 Motorräder und Mopeds, alte Landmaschinen und sogar ein Flugzeug stehen hier dicht an dicht. Dazu kommen rund 50 komplett rekonstruierte Ladeneinrichtungen und historische Werkstätten sowie eine liebevoll nachgebaute Ladenstraße aus den 1950er-Jahren.

Das Besondere an dieser Sammlung ist ihre ungeschminkte Authentizität. Die Fahrzeuge stehen hier keineswegs alle im polierten Zustand eines Concours d'Elegance. Das Spektrum reicht vom hervorragend erhaltenen Survivor über den ehrlichen Gebrauchs-Oldtimer bis hin zum verstaubten Scheunenfund mit tiefer Patina. Zu sehen, wie eine engagierte Crew von Freiwilligen hier mit Herzblut arbeitet und sich Stück für Stück durch den Bestand restauriert, verleiht dem Museum seinen ganz eigenen Reiz.

Unter den Exponaten entdecken wir einige echte Highlights mit spannender Geschichte. Wir stoßen auf die Chevrolet Impala, die als ikonisches Fahrzeug aus den dänischen Olsenbande-Filmen bekannt ist, und betrachten einen edlen Ford Lincoln, den Kronprinz Frederik während seines Studienaufenthalts in den USA nutzte. Auch ein historischer VW Käfer, der von skurrilen Weltenbummlern wie den Poulsen-Brüdern für ihre spektakulären Fernreisen umgebaut wurde, zieht unsere Blicke auf sich. Selbst ein schwimmfähiger Käfer mit Außenbordmotor fehlt nicht. Wir machen unzählige Fotos und lassen uns richtig viel Zeit.

Gegen 15 Uhr brechen wir schließlich auf und machen uns auf den Weg Richtung Deutschland. Als wir feststellen, dass die kurze 40-minütige Fährüberfahrt von Rødby nach Puttgarden spontan stolze 140 Euro kosten soll, entscheiden wir uns spontan um. Wir verzichten auf die Fähre und fahren stattdessen über die Landroute und die großen Brücken über den Großen Belt und den Kleinen Belt.

Das hat seinen ganz eigenen Reiz, denn auf dem Rückweg passieren wir fast alle Stationen unseres Urlaubs noch einmal in umgekehrter Reihenfolge. Gegen Abend erreichen wir Tarp kurz hinter Flensburg. Hier legen wir einen kurzen Stopp ein, kaufen Vorräte für die Nacht, tanken das Wohnmobil auf und wappnen uns für die Weiterfahrt.

Wir wollen Hamburg unbedingt noch in der Nacht durchqueren. Während tagsüber vor dem Elbtunnel fast dauerhaft Stop-and-Go herrscht, rollt der Verkehr zu späten Stunden absolut reibungslos. Unser Plan geht auf, und wir passieren die Elbe ohne jeden Stau.

Gegen 23 Uhr beginnen wir mit der Suche nach einem Nachtlager. Der erste angefahrene Platz verlangt zwar nur 10 Euro, allerdings ist die Bezahlung ausschließlich über eine Smartphone-App möglich. Zu so später Stunde haben wir schlichtweg keine Lust mehr auf Registrierungen und Bildschirmeingaben.

Im zweiten Anlauf werden wir belohnt. Wir finden einen vollkommen ruhigen Stellplatz mitten in der Lüneburger Heide, direkt an einem historischen Steinzeit-Ganggrab. Inmitten der absoluten Stille der Natur stellen wir den Motor aus und lassen diesen langen Tag entspannt ausklingen.

Next
This is the most recent post.
Älterer Post