August 10, 2026
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Der Tag beginnt mit Dänemark-Wetter von seiner grauen Seite, denn Regen klopft aufs Womodach. Nach dem Frühstück fahren wir nach Køge und schlagen etwas Zeit im Kirppu Gebrauchtladen tot. Moni stöbert ausgiebig durch die Regale und findet ein paar schöne historisierende Blusen. Als sich kurz vor der Mittagszeit der Regen verzieht, starten wir unseren Stadtrundgang durch die historische Altstadt.
Die Sct. Nicolai Kirche beeindruckt uns schon beim Näherkommen mit ihrem mächtigen Turm, der im Mittelalter als Orientierungspunkt für Seefahrer diente. Der Innenraum birgt eine außergewöhnliche Ausstattung: Der prächtige Barockaltar von Lorentz Jørgensen stammt aus dem Jahr 1652 und zeigt fein geschnitzte biblische Szenen (kein Bild). Besonders faszinierend sind auch die historischen Chorgestühle aus der Renaissance sowie die reich verzierten Emporen, die einst den wohlhabenden Bürgerfamilien der Handelsstadt vorbehalten waren.
Entlang der Einkaufsstraße liegen ein paar gut erhaltene Fachwerkhäuser. Hier steht unter anderem das älteste datierte Fachwerkhaus Dänemarks aus dem Jahr 1527 (keine Ahnung ob wir es gesehen haben).Unser Weg führt uns weiter über den großzügigen Marktplatz und vorbei am Hafen zurück zum Parkplatz. Bevor es weitergeht, tanken wir auf und kaufen Proviant sowie Wasser bei Netto.
Anschließend führt uns die Fahrt auf die Halbinsel Stevns zum Schloss Vallø. Das imponierende Wasserschloss mit seinen markanten Renaissance-Türmen blickt auf eine lange Geschichte zurück. Im Jahr 1737 richtete Königin Sophie Magdalene hier ein adeliges Damenstift ein, das unverheirateten Adelsdamen Wohnsitz und Versorgung bot. Heute wird die Schlossanlage von der Stiftung Vallø Stift verwaltet, die den riesigen Land- und Forstbesitz bewirtschaftet, während Teile des Schlosses als Mietwohnungen genutzt werden. 
Wir besichtigen das Gebäude von außen und gehen durch den weitläufigen Park einmal um die Burg herum. Beeindruckend sind im Park die riesenhaften Rasenroboter der Marke Belrobotics, die über 10000 Euro kosten und leise über die großen Grünflächen gleiten. Danach geht es weiter nach Klippinge. In einem neu angelegten kleinen Naturpark ist auch ein Discgolfkurs entstanden. Ein netter kleiner Kurs, auf dem wir eine entspannte Runde spielen.
Die nächste Station ist Gjorslev Slot. Das Schloss besitzt eine besondere Bedeutung, denn es gilt als das älteste durchgehend bewohnte Profangebäude Dänemarks. Um 1400 ließ der Bischof von Roskilde, Peder Jensen Lodehat, die Burg in Form eines griechischen Kreuzes errichten, wobei als Baumaterial vor allem Kalkstein von den nahe gelegenen Klippen verwendet wurde. Da man hier nur in den Park gelangt und das Schloss nur von ganz weit weg sehen kann, halten wir den Besuch recht kurz.
Unser Standplatz für heute Nacht ist der Leuchtturm Stevns Fyr direkt an der Felsenküste Stevns Klint. Die steil abfallenden Kalksteinfelsen erinnern stark an Rügen und gehören wegen ihrer geologischen Bedeutung zum UNESCO-Weltnaturerbe. In den Gesteinsschichten lässt sich eine Schicht nachweisen, die vom Meteoriteneinschlag vor 66 Millionen Jahren und dem Aussterben der Dinosaurier zeugt.
Im warmen Abendlicht sehen wir uns das Leuchtturmgelände an. Der ältere Turm von 1818 und der spätere, 27 Meter hohe Turm von 1878 sicherten über Jahrzehnte die Schifffahrt im Öresund. Direkt neben der maritimen Kulisse stoßen wir auf die Spuren einer ehemaligen NATO-Flugabwehrstellung. Während des Kalten Krieges diente Stevns als hochgradig strategischer Vorposten zur Überwachung der Ostseezugänge und zum Schutz der NATO-Südflanke. Mit Blick auf den Leuchtturm lassen wir diesen erlebnisreichen Tag ausklingen.

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