Oktober 19, 2025
0


In Naxos verbringen wir im B&B Villa Maria Giovanna einen wirklich schönen Aufenthalt – zwischen Zitronenbäumen, mit Blick auf den Ätna. Das Frühstück ist herausragend: es gibt selbstgemachten Zitronenkuchen, verschiedene Marmeladen und Nüsse vom hauseigenen Pekannussbaum. Der Hausherr ist herzlich, erklärt alles genau, und man wird fast zum zweiten Cappuccino überredet. Eine dieser Unterkünfte, bei denen es schade ist, nur eine Nacht zu bleiben.

Nach dem Frühstück fahren wir nach Taormina, den Routentipps des Gastgebers folgend. Wir parken im Parkhaus Porta Catania – von hier aus startet unser Rundgang am gleichnamigen Stadttor.

Durch die Hauptgasse, die Corso Umberto, führt der Weg in das historische Zentrum. Schon nach wenigen Metern erreicht man den Dom San Nicola di Bari, eine festungsähnliche Kirche aus dem 13. Jahrhundert mit mächtigem, kantigem Mauerwerk und einem schönen gotischen Portal. Ein paar Schritte weiter auf der gegenüberliegenden Seite etwas zurückliegend steht der Palazzo Ciampoli, ein spätgotischer Adelssitz aus dem 15. Jahrhundert, einst Residenz aragonischer Adliger.

Weiter geht es zur Torre dell’Orologio, dem Uhrturm, der einst Teil der Stadtmauer war und das obere und untere Stadtviertel trennt.
Direkt daneben liegt die Kirche San Giuseppe, ein typisches Beispiel des sizilianischen Spätbarock, mit heller Kalksteinfassade, geschwungenen Treppen und Blick auf die Piazza IX Aprile. Von hier aus bietet sich ein weiter Ausblick über die Küste, den Ätna und das Ionische Meer – bei blauem Himmel und blühendem Oleander ein besonders schönes Panorama.

Am Platz steht auch die kleine Kirche San Agostino, heute eine Bibliothek. Wenige Schritte weiter erreicht man das Largo Santa Caterina mit der Chiesa di Santa Caterina d’Alessandria, erbaut im 17. Jahrhundert auf den Resten eines antiken Heiligtums. Direkt daneben liegen das römische Odeon und der Palazzo Corvaja, eines der bekanntesten Bauwerke Taorminas. Der Palast stammt ursprünglich aus der arabischen Zeit (10. Jahrhundert) und wurde im Laufe der Jahrhunderte normannisch und gotisch erweitert.

Von hier führt der Weg zur Fontana dei Cappuccini und zum Arco dei Cappuccini, einem der alten Stadttore. Über die Piazza Vittorio Emanuele geht es weiter bis zur Porta Messina, dem nördlichen Eingang der Altstadt. 

Das absolute Highlight ist das Antike Theater von Taormina, ursprünglich im 3. Jahrhundert v. Chr. von den Griechen erbaut und später von den Römern erweitert. Der halbkreisförmige Zuschauerraum fasst etwa 5.000 Besucher und bietet einen der schönsten Ausblicke Siziliens – über die Stadt, das Meer, die Isola Bella und den Ätna.

Auf dem Rückweg durch die kleinen, verwinkelten Gassen entdecken wir noch die versteckten Ruinen der Naumachie, einer römischen Nymphäumsanlage mit einer langen Ziegelwand und halbrunden Nischen, die einst von Wasserläufen durchzogen war. Danach geht es wieder zurück über die Corso Umberto. Taormina ist einer der schönsten Orte, die ich bisher besucht habe.

Am späten Nachmittag zahlen wir im Parkhaus 13 €, fahren auf die Autostrada A18, lassen an der Meerenge von Messina Skylla und Charybdis rechts liegen und folgen der Strecke über Messina bis Cefalù, etwa 210 km. Häufige Tunnel wechseln sich mit Viadukten ab, meist erlaubt die Beschilderung nur 80 km/h, gefühlt besteht die Hälfte der Strecke aus Brücken und Tunneln.

Gegen 18:30 Uhr erreichen wir unser Hotel Baia del Capitano bei Cefalù. Schon beim Betreten der Lounge erklingt leise Klaviermusik, und wir werden freundlich empfangen. Ein angenehmer Abschluss eines langen, eindrucksvollen Tages.