In Palermo gelandet finden wir nach 2 Anrufen und etwas suchen den Abholpunkt für den Shuttlebus zum Autoverleih. Wir bekommen einen Kleinstwagen vom indischen Hersteller Mahindra. Mit 3 Zylinder Motor etwas rauh und kraftlos, aber klein und wendig. Der Kofferraum ist leicht kleiner als beim Panda und vor allem ist die Ladekante hoch. Er muss sich beweisen.
Wir fahren über Autobahn und später kleine Landstraßen etwa 50 km nach Segesta. Hier erwartet uns ein imposanter noch stehender dorischer Tempel und ein griechisches Theater mit Ausblick. Nebenan sind noch Reste einer Akropolis mit Agora und Bouleuterion. Im Gegensatz zu den griechischen Kolonien auf Sizilien, wie Syrakus oder Agrigent waren hier die Elymer am Werk. Sie bildeten die lokale Bevölkerung, deren Ursprünge im Dunklen liegen und Segesta war ihre Hauptstadt. Die Bauwerke stammen etwa aus dem 3.-2. Jahrhundert vor Christus. Später kamen die Römer und bauten alles leicht nach ihren Vorstellungen um. Nochmal später waren die Normannen mit einer Befestigung auf dem Plateau, gefolgt von Spuren mittelalterlicher Besiedlung und schließlich den Mauren, wovon Reste einer Moschee zeugen.Das besondere oder rätselhafte ist der unfertige klassisch dorische Tempel (6 Säulen vorn zu 14 Säulen seitlich) von 420 v. Chr., dessen Säulen nicht mehr kanelliert wurden, an dem es noch Bossen zum Transport in den Sockelsteinen zu sehen gibt, die normalerweise entfernt werden und der keinerlei Innenleben besitzt. Hier gibt es verschiedene Theorien, auf die ich hier nicht eingehen kann. Sie reichen von Konkurrenz mit dem griechischen Nachbarn Selinunt, über Machtdemonstration und Bluff bis hin zur simplen Arbeitsaufgabe durch Krieg. Wir fahren in der Dämmerung in Richtung Trapani, wo wir uns in einem Lidl mit Proviant eindecken und dann über zahlreiche enge Spitzkehren und Serpentinen hoch ins Bergnest Erice fahren. Unser Hotel liegt nah bei Kirche und Burg und soll ein altes Kloster sein.Anflug Krakau Palermo und die erste Sehenswürdigkeit
Am Montagmorgen holt uns der Fahrer nach einem eiligen Frühstück mit einem BMW Kombi ab und wir „fliegen“ nur so zum Flughafen. Alle hatten uns zuvor etwas verrückt gemacht, es könne auf Grund von Staus um diese Zeit knapp werden. Keineswegs, wir sind überpünktlich 3 Stunden vor Abflug am Flughafen. Nach dem Check-in essen wir noch eine Waffel und trinken einen Tee, dann heißt es Abschied nehmen von Monikas Mutter, die uns begleitet hat. Der Flug nach Palermo mit Buzz Air (Ryanair) startet wohlorganisiert und überpünktlich, aber für meine Körpergröße natürlich quälend eng. Auf in den Süden!