Der Tag beginnt mit strahlendem Sonnenschein. Wir frühstücken auf der Dachterrasse unseres
B&B Simonetta’s Rooms – Cappuccino, frische Brötchen, Blick über die Dächer von Noto. Danach brechen wir zu Fuß ins Zentrum auf.
Noto gehört seit 2002 zum UNESCO-Welterbe als Teil der „Spätbarocken Städte des Val di Noto“. Die Stadt wurde nach dem verheerenden Erdbeben von 1693 vollständig neu gegründet.
Das alte Noto lag etwa 10 Kilometer weiter nordwestlich auf einem Bergrücken, wurde aber weitgehend zerstört. Man entschied sich, die neue Stadt auf einer leichter zugänglichen, ebenen Terrasse anzulegen und sie nach einem einheitlichen barocken Stadtplan zu gestalten – ein Musterbeispiel für den Städtebau des 18. Jahrhunderts auf Sizilien.
Unser Rundgang startet am
Porta Reale, dem repräsentativen Stadttor aus dem 19. Jahrhundert, das den Eingang zur barocken Altstadt markiert. Dahinter beginnt die Hauptstraße, der
Corso Vittorio Emanuele, gesäumt von hellgelbem Kalkstein, der in der Sonne warm schimmert.
Auf der Spitze des Stadttores, der Porta Reale, befinden sich drei Figuren: ein Pelikan, ein Hund und ein Turm. Sie symbolisieren die Tugenden der Stadt – der Pelikan steht für Selbstaufopferung, der Hund für Treue und der Turm für Stärke und Würde. Das Tor wurde 1838 zur Begrüßung von König Ferdinand II. errichtet.
Am
Franziskanerplatz steht die
Kirche San Francesco all’Immacolata, Teil eines Klosterkomplexes der Franziskaner.
Sie wurde nach dem großen Erdbeben von 1693 errichtet, wie fast alle Bauten in Noto, das damals vollständig zerstört und im barocken Stil neu aufgebaut wurde. Die Fassade mit ihren drei Ebenen und geschwungenen Linien ist typisch für den
sizilianischen Spätbarock.
Ein paar Schritte weiter erreichen wir die
Kirche Santa Chiara, die den Klarissinnen gehörte.
Von der kleinen Aussichtsterrasse neben der Kirche bietet sich ein weiter Blick über die Dächer der Stadt und auf die
Kathedrale San Nicolò, das Wahrzeichen Notos.
Die Kathedrale wurde zwischen
1694 und 1776 errichtet, nach einem Entwurf von
Rosario Gagliardi.
Nach einem Teileinsturz im Jahr 1996 wurde sie aufwendig restauriert und 2007 wiedereröffnet.
Der Innenraum ist schlicht, hell und wirkt durch die harmonischen Proportionen sehr ausgewogen.
Gleich gegenüber besuchen wir den
Palazzo Nicolaci di Villadorata, den ehemaligen Stadtpalast einer Adelsfamilie.
Berühmt ist seine Fassade mit den aufwendig gestalteten Balkonen – getragen von Figuren in Form von Fabelwesen, Engeln und grotesken Masken.
Im Inneren sind einige Räume zugänglich, mit Fresken, Stuckarbeiten und schweren Brokatvorhängen, die einen guten Eindruck vom Leben der Aristokratie im 18. Jahrhundert geben.
Wir folgen weiter dem Corso bis zum
Teatro Tina di Lorenzo, das 1870 im neoklassizistischen Stil erbaut wurde.
Vor dem Theater steht die
Fontana di Ercole, ein kleiner, barocker Brunnen aus dem 18. Jahrhundert.
Gleich daneben befindet sich die
Kirche San Domenico, entworfen von Gagliardi um 1703. Ihre Fassade mit konkaven und konvexen Schwüngen gilt als eine der schönsten Barockfronten Siziliens. Wir sehen sie heute nur von außen.
Am
Piazza Municipio steht der
Palazzo Ducezio, heute Sitz des Rathauses. Er wurde Mitte des 18. Jahrhunderts von Vincenzo Sinatra errichtet und zeigt eine harmonische, französisch inspirierte Fassade mit eleganten Rundbögen und Säulenreihen.
Wir gehen auch hier auf die Dachterasse und genießen tolle Ausblicke. Weiter die Hauptstraße zurück erhebt sich die
Kirche San Carlo Borromeo, deren Fassade mit drei übereinander angeordneten Ordnungen typisch für den Stil der Zeit ist.
Zum Abschluss unseres Rundgangs kehren wir in einen kleinen Kunsthandwerkladen ein und kaufen als Souvenir ein Stück authentische Keramik – handbemalt, mit traditionellen sizilianischen Mustern.
Am frühen Nachmittag fahren wir weiter, etwa 40 Kilometer nach Syrakus, wo wir den Rest des Tages im Archäologischen Park Neapolis verbringen. Die Sonne scheint, es sind nur wenige Besucher unterwegs – perfekt, um den Rundgang in Ruhe zu genießen.
Wir beginnen am
Griechischen Theater, das im 5. Jahrhundert v. Chr. unter
Hieron I. entstand und später von den Römern erweitert wurde.
Es ist eines der größten Theater der Antike, mit einem Durchmesser von rund 138 Metern, und wird noch heute für Aufführungen genutzt.
Oberhalb des Theaters liegt das
Nymphäum, eine Felsquelle, die in der Antike den Schauspielern und Priestern diente.
Nur wenige Schritte entfernt befindet sich das berühmte
Ohr des Dionysius, eine künstliche Felsgrotte im Steinbruch Latomia del Paradiso.
Sie ist etwa 23 Meter hoch und besitzt eine einzigartige Akustik – schon kleinste Geräusche werden vielfach verstärkt.
Der Name stammt von Caravaggio, der die Höhle mit einem menschlichen Ohr verglich.
Weiter geht es zum
Altar des Hierons II., dem größten bekannten Opferaltar der griechischen Welt, etwa 200 Meter lang.
Hier sollen zu Ehren des Zeus jährlich Hunderte von Stieren geopfert worden sein.
Den Abschluss bildet das
Römische Amphitheater aus dem 3. Jahrhundert n. Chr., das teilweise in den Fels gehauen ist und einst Schauplatz von Gladiatorenkämpfen war.
Am späten Nachmittag fahren wir zu unserer Unterkunft, dem
B&B Maryam23. Der Parkplatz an der Straße ist leicht zu finden, der
Self-Check-in mit Türcodes funktioniert problemlos. Unser Zimmer hat einen
Balkon mit Blick über Syrakus – der perfekte Ort, um den Tag ruhig ausklingen zu lassen.