Oktober 20, 2025
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Die Nacht im Hotel Baia del Capitano in Mazzaforte bei Cefalù war ruhig, und das Frühstücksbuffet erfüllt, was man in einem Vier-Sterne-Haus erwartet. Landestypische Kuchen, frisches Obst, Gebäck, Eier, Käse, Wurst und Kaffee in allen Varianten – ein sehr gelungener Start in den Tag.
Ich probiere einen Ginseng Kaffee- ein verzichtbares Erlebnis. 
Anschließend fahren wir mit dem Wagen hinunter in die Innenstadt. Ich habe einen Parkplatz möglichst nah an der Altstadt, nicht in der verbotenen ZTL Zone (nur Anwohner) und ohne Gebühren aufgetan, den wir ansteuern. Cefalù gehört seit 2015 zum UNESCO-Welterbe als Teil der „Arabisch-normannischen Architektur von Palermo, Cefalù und Monreale“. Die Stadt liegt malerisch zwischen Meer und Fels und hat ihren mittelalterlichen Charakter weitgehend bewahrt.
Wir beginnen unseren Rundgang am Piazza Garibaldi mit seiner Kirche Santa Maria Santissima della Catena. Sie stammt aus dem 16. Jahrhundert, ihre schlichte Fassade zeigt noch gotisch-katalanische Einflüsse. Hier befand sich ehemals die Porta Terra, das alte Stadttor, das einst den Haupteingang zur befestigten Altstadt bildete.
Nicht weit entfernt liegt das Osterio Magno, ein massiver Steinbau aus dem 12. Jahrhundert, der als Residenz des normannischen Königs Roger II. gilt. Das Gebäude verbindet arabische und normannische Stilelemente und gehört zu den ältesten profanen Bauten Siziliens.
Wir folgen den engen Gassen bis zur Piazza Giovanni Battista Spinola, wo die Chiesa di San Stefano Protomartire steht. Die kleine Kirche geht auf das 12. Jahrhundert zurück und zeigt einen schlichten romanischen Stil mit Rundbogenportal und kleinen Fenstern.
Von dort führt der Weg zur Piazza del Duomo, dem Zentrum der Altstadt. Der Dom von Cefalù wurde um 1131 von Roger II. begonnen, als Ausdruck seiner Macht und seines Glaubens. Innen beeindruckt die klare Raumaufteilung und der Stilmix aus romanischen, normannischen und byzantinischen Elementen. Besonders sehenswert sind das Taufbecken, gefertigt aus Muschelkalk und ein mittelalterliches Mosaik, dass sich auf der weiterverwendeten Seite eines römischen Sarkophags befindet, sowie das große Christus-Mosaik in der Apsis, das zu den bedeutendsten byzantinischen Mosaiken des Mittelmeerraums zählt. An der originalen Holzdecke über dem Mittelschiff sollen noch arabische Zeichen oder Malereien sein. (kein Bild)
Vom Domplatz aus gehen wir weiter vorbei am Palazzo Piraino und folgen den Gassen bis hinunter ans Meer. Dort stoßen wir auf die Mura Megalitiche, die zyklopischen Stadtmauern aus großen Quaderblöcken, die vermutlich noch aus dem 5. Jahrhundert v. Chr. stammen.
Ein schmaler Felspfad führt uns entlang der Küste bis zum Bastione di Capo Marchiafava, einer ehemaligen Befestigungsanlage aus dem 17. Jahrhundert. Von hier hat man einen weiten Blick über das Meer und die Küstenlinie. Wir wandeln weiter durch Altstadtgassen bis zur Mole. An der Porta Pescara, einem kleinen Tor mit Blick auf den Strand, gelangen wir schließlich wieder in die Altstadtgassen und zurück zum Ausgangspunkt.

Am Nachmittag fahren wir rund 100 Kilometer weiter, erst Autostrada, dann durch quirligen sizilianischen Großstadtverkehr bei Palermo, bis nach Cinisi, einem kleinen Ort in der Nähe des Flughafens. Dort verbringen wir unsere letzte Nacht auf Sizilien.
Am Abend feiern wir den Abschluss unserer Rundreise ganz traditionell – mit Pizza Siciliana. Morgen noch einen Tag Stadtbesichtigung Palermo und dann gehts heim.