Oktober 26, 2026
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Nach einem ausgiebigen Frühstück brechen wir auf und nehmen die U-Bahn direkt in das Herz der Stadt. Am Heldenplatz empfängt uns Wien heute in einem ganz besonderen Gewand, denn Österreich feiert seinen Nationalfeiertag. Die historische Kulisse verwandelt sich in ein riesiges Festgelände, auf dem das Bundesheer eine beeindruckende Leistungsschau präsentiert. Zwischen staunenden Menschenmengen schlendern wir an den Fahrzeugen vorbei und steuern schließlich den Stand des Eurofighters an. Es ist interessant, die moderne Luftfahrttechnik einmal aus nächster Nähe zu betrachten. Zur Erinnerung ergattern wir sogar Mützen mit Logo und noch ein paar andere Airbus Devotionalien.
Nach so viel Trubel tut eine kleine Auszeit gut. In einem gemütlichen Café legen wir eine Pause ein, genießen duftenden Kaffee sowie feinen Sahnekuchen und lassen die ersten Eindrücke des Tages in Ruhe auf uns wirken.
Frisch gestärkt schlendern wir weiter in Richtung Museumsquartier. Dieses Areal gehört zu den größten Kunst- und Kulturbezirken der Welt und begeistert uns sofort durch seine gelungene Synthese aus Alt und Neu. Wo einst die kaiserlichen Hofstallungen aus dem 18. Jahrhundert unter der Regie der Barockarchitekten Fischer von Erlach standen, erstreckt sich heute ein lebendiges Kulturareal. Die historischen Trakte umschließen großzügige Innenhöfe, in denen moderne Kunstbauten wie das tiefgraue MuMoK aus Vulkanstein und das helle Leopold Museum aus Kalkstein einen Kontrast bilden. Wir spazieren durch die malerischen Durchgänge und zücken die Kameras, um die verschiedenen Kunstinstallationen an den Wänden und Decken festzuhalten.
Ein gläserner Aufzug bringt uns anschließend hinauf auf das Dach des Leopold Museums zur Aussichtsterrasse Libelle. Die zu schweben scheinende Struktur schenkt uns einen weitläufigen Rundumblick über die Dächer Wiens. Wieder unten angekommen, werfen wir einen Blick in den Ausstellungsraum Freiraum, der die Entstehung, die Zweifel, Kontroversen und schließlich den Bau des Museumsquartiers dokumentiert. Auch im benachbarten Architekturzentrum schauen wir kurz vorbei, um die baulichen Entwicklungen der Stadt nachzuvollziehen und neue städtebauliche Utopien zu entdecken. 

Als wir das Areal wieder verlassen, zieht es uns zurück zum Heldenplatz. Pünktlich zur Dämmerung erleben wir ein spektakuläres Schauspiel: Die schweren Panzer setzen sich langsam in Bewegung und rollen zum Ende der Feierlichkeiten vom Platz ab. Das Rumpeln der Ketten auf dem Pflaster lässt den Boden beben und bildet einen Kontrast zur sonst so eleganten Wiener Kulisse.
Den krönenden Abschluss unseres Tages auf den Spuren der Geschichte bildet der Prunksaal der Österreichischen Nationalbibliothek. Bei einer fachkundigen Führung betreten wir diesen atemberaubenden Raum und kommen aus dem Staunen kaum heraus.
Der Prunksaal gilt vollkommen zu Recht als einer der schönsten historischen Bibliothekssäle der Welt.
Kaiser Karl VI. gab das Meisterwerk weltlicher Barockarchitektur Anfang des 18. Jahrhunderts in Auftrag. Die Pläne stammten vom berühmten Hofarchitekten Johann Bernhard Fischer von Erlach, ausgeführt wurde der Bau schließlich von seinem Sohn Joseph Emanuel.
Beim Durchschreiten der fast 80 Meter langen Halle zieht uns die majestätische Atmosphäre sofort in ihren Bann. In der Mitte erhebt sich die imposante Kuppel, die von leuchtenden Deckenfresken des Malers Daniel Gran geschmückt wird (er verewigte sich selbst ebenfalls darin). Die Wandmalereien erzählen die allegorische Geschichte der Erbauung der Hofbibliothek und strahlen in warmen Gold- und Erdtönen. Wir treten näher an die kunstvoll geschnitzten Regale aus edlem Nussholz heran, in denen rund 200.000 historische Bände aus den Jahren 1501 bis 1850 stehen. Darunter befindet sich auch die berühmte Sammlung des Prinzen Eugen von Savoyen mit ihren charakteristischen bunten Ledereinbänden. Zwischen den edlen Buchrücken stehen zahlreiche Marmorstatuen der Habsburger Kaiser und riesige historische Globen. Übrigens kann jedermann dort nach Voranmeldung jedes der Originalwerke einsehen. Wir fotografieren einen Decamerone und einen Petrarca, die beide gerade präsentiert werden.Die gesamte Sammlung ist auch bereits digitalisiert und man kann sich kostenlos jedes Werk, dass keinem Urheberrecht mehr unterliegt, herunterladen. 

Glücklich und voller neuer Eindrücke machen wir uns schließlich auf den Rückweg ins Hotel. Zum Abendessen lassen wir den Tag bei köstlichem asiatischem Essen ausklingen, während wir die Bilder dieses vielseitigen Wiener Feiertags noch einmal Revue passieren lassen.
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