April 18, 2025
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Heute wollen wir nach dem Frühstück hoch hinaus. Mit dem Wagen gehts aus der Stadt ins Gebirge nach Termessos. Man entrichtet an einer Schranke seinen Eintritt und von dort an geht es über 9 km Serpentinenstraße zum Parkplatz.

Termessos ist eine Ruinenstadt und Bergfestung und liegt in einer Höhe von ca. 1050 Meter direkt am antiken Berg Solymos. Termessos ist noch wenig archäologisch erforscht, eher notdürftig gesichert. Der Vorteil einer unwegsamen, uneinnehmbaren Lage von einst verhindert offensichtlich heute die Restaurierung, da man unmöglich schweres Gerät, wie Kräne oder Ähnliches dorthin bekommt.

Die "kriegerischen Solymer" waren die Einwohner von Termessos und wurden schon in der Ilias von Homer erwähnt. Damit geht die Geschichte von Termessos bis in das 2. Jahrtausend v. Chr. zurück. Der alte, kriegerische Ruf von Termessos uneinnehmbar zu sein, bestätigte sich auch als Alexander der Große Termessos für kurze Zeit erfolglos belagerte. Ab 70 v. Chr. wurde Termessos zu einem Verbündeten Roms und ein Freundschaftsvertrag sicherte der Stadt auch dann noch eine gewisse Eigenständigkeit zu. In dieser Zeit wurde Termessos durch viele prachtvolle Bauten erweitert. Allerdings schon im 4. Jh. n. Chr. wurde es von den Bewohnern wieder aufgegeben und verfiel.

Am oberen  Parkplatz lassen wir das Hadrianstor rechts liegen und steigen dann noch eine weitere halbe Stunde steil bergan, bis das eigentliche Stadtgebiet erreicht ist.

Wir folgen dem Pfad und treffen, etwas links liegend, auf die erstaunlich gut erhaltenen Reste des Gymnasions. Anschließend geht es an den Ruinen der inneren Verteidigungsanlagen entlang, zur Agora. Die Agora war von verschiedenen Bauwerken eingerahmt, von denen immer noch die Fundamente und einige weitere Details sichtbar sich.Im Nordwesten liegt die im 2. Jh. v. Chr. erbaute und von Attalus, König von Pergamon, gespendeten Stoa. Im Nordosten liegt die vom Einwohner "Osbaras" gestiftete Stoa, die etwa 200 Jahre später errichtet wurde. Beide sind heute ein wilder Haufen Säulen, Simse und anderer Steine. Außerdem befinden sich auf der Agora die Zisternen, die die Stadt mit Wasser versorgten und ein mysteriöses massiv aus dem Felsen geschlagenes Heroon.

Direkt östlich der Agora liegt das Theater von Termessos.

Hinter der noch bis zur halben Höhe stehenden Bühnenwand erhebt sich der antike Berg Solymos und bietet eine beeindruckende Kulisse für die etwa 4200 Zuschauer, die in dem Theater Platz fanden. Das Theater bildet mehr als einen Halbkreis  und ist somit im griechischen Stil erbaut. Die Cavea ist durch ein Diazoma in 8 Sitzreihen oberhalb und 16 Sitzreihen unterhalb, unterteilt. Der ehemals offene Durchgang zwischen Bühnenwand und Cavea wurde rechts durch einen bogenförmigen Durchgang ersetzt, um oberhalb etwa 70 weitere Sitzplätze zu schaffen. Links ist weiterhin der in Theatern griechischen Stils übliche offene Durchgang erkennbar.

Westlich des Theaters befindet sich das ungewöhnlich gut erhaltene Odeon von Termessos. Das Gebäude steht noch über 9 Meter hoch und macht zunächst den Eindruck, es sei zweistöckig angelegt. Es stammt aus den 1. Jh. v. Chr. und ist innen mit Erdreich und Trümmern aufgefüllt. Direkt in der Nähe liegen die Ruinen des Tempels des Zeus  und des Tempels der Artemis.

Nördlich vom Stadtzentrum findet sich das vermutete "Grabmal des Alketas", einem der Generale von Alexander dem Großen, der nach einem Verrat Selbstmord beging und hier seine letzte Ruhestätte fand. (Eine hochdramatische Geschichte, einfach googlen)

Voller Eindrücke machen wir uns nach einer Mittagspause im Theater an den Abstieg. Auf dem Rückweg nach Antalya halten wir noch an der Ruine der Karawanserei Evdir Han. 

Sie ist ein bemerkenswertes Zeugnis seldschukischer Baukunst und Geschichte. Errichtet im frühen 13. Jahrhundert, vermutlich während der Regierungszeit von Sultan Alaeddin Keykubad I., diente sie einst als eine bedeutende Anlaufstelle für Händler und Reisende. Wir stehen zunächst vor einem imposanten Eingangsportal, dass die Reisenden willkommen hieß. Innen liegt der zentrale Innenhof, der von umlaufenden Arkaden gesäumt ist. Dieser Ort bot Schutz und Unterkunft für Mensch und Tier und war ein wichtiger Knotenpunkt für den wirtschaftlichen und kulturellen Austausch entlang der Routen. Wir entdecken einige schöne originale Steinreliefs, aber es wurde wohl auch antikes Material wiederverwendet. Außerhalb des Hofs finden wir auch 2 mächtige Mühlsteine. Danach fahren wir zurück hinab in die Ebene ins quirlige Antalya und treffen spätnachmittags am Hotel ein.