Juli 31, 2024
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Nach einer sehr ruhigen Nacht auf dem Parkplatz am Wikinger Gräberfeld von Lindholm Høje, gehen wir als erste Besucher um 10.02 Uhr in das Museum. Die Ausstellung zeigt die Besiedlungsgeschichte der Bucht von der Altsteinzeit bis zur Eisenzeit und in einer weiteren Ausstellung erfährt man alles Wissenswerte über die Ausgrabungen und Funde des wikingischen Gräberfelds. Es war von etwa 400-1000 in Gebrauch und wurde letztlich zusammen mit der dazugehörigen Siedlung wegen starken Flugsandes aufgegeben. Die höchsten Gräber auf dem Hang sind tendenziell die ältesten und es gibt verschiedene Formen der Steinsetzungen, von der klassischen Schiffssetzung über rundliche bis hin zu dreieckigen. Aufgefallen waren die vielen Steine unter dem Sand um etwa 1900 einer aufgeweckten Anwohnerin, die es meldete. Ein Industrieller kaufte das Land und schenkte es der Stadt, um es zu bewahren und für eventuelle Ausgrabungen. 1937 war immer noch nichts passiert, so dass es schließlich tatsächlich die deutsche Wehrmacht war, die beim Ausheben von Gräben und Stellungen die ersten Gräber freilegte. Als es in der Ausstellung rummelig wird, weil ein Bus mit Kreuzfahrtpassagieren eingetroffen ist, gehen wir hinaus auf das Gräberfeld. Die Fotos habe ich zu Sonnenuntergang am Abend zuvor in aller Einsamkeit geschossen. Gegen Mittag verlassen wir Lindholm Høje in Richtung eines kleinen Dörfchens mit Namen Biersted. Hier spielen wir eine kleine, aber nette 6 Bahn Discgolfanlage zweimal durch. Anschließend fahren wir weiter in Richtung Westen mit dem Ziel: Aggersborg am Aggersund. Hier wartet ein Unseco Welterbe Leckerbissen auf uns: die Überreste Dänermarks größter Wikinger Ringburg. Mit über 260m Durchmesser passten hier 3 mal soviele Langhäuser hinein, wie in Fyrkat. Der früher mit Palisade und Graben befestigte Ringwall ist noch gut in den Feldern erkennbar und begehbar. Die Langhäusergrundrisse im Innern hat man durch geschickten Rasenschnitt angedeutet. Am Parkplatz gibt es einige Informationstafeln und einen kleinen Inforaum. Wir erfahren, dass die Ringburg unter Harald Blauzahn also etwa um das Jahr 1000 im Rahmen seiner allgemeinen Sicherheits-, Infrastruktur - und Aufrüstungspolitik an dieser wichtigen Übergangsstelle über den Limfjord errichtet wurde. Den Befunden nach wurde die Anlage allerdings seltsamerweise nur gut 20 Jahre genutzt. Später blieb nur noch eine Art staatliches Hofgut zur Verwaltung, aber die militärische Anlage wurde aufgegeben. Vermutet werden Veränderungen der Bedrohungslage durch den Tod Ottos II. und seinen minderjährigen, also zunächst defacto ungefährlichen Nachfolger. Hier gibt es noch einiges auszugraben und zu erforschen, wir freuen uns darauf, wie es hier weiter geht.
Wir fahren nochmal gut 40 km weiter nach Thisted. Unterwegs führt die Straße kilometerlang durch Wattenmeerbereiche und wir machen Halt an einer Raststätte mit Vogelbeobachtungsstation. In Thisted erwartet uns ein Biltema mit Cafeteria, sodass wir uns mit Hotdogs versorgen können. Anschließend spielen wir im Wald eine sehr schöne kurze 9 Bahn Discgolfanlage. Unser Übernachtungsziel für heute heißt Hanstholm und liegt am westlichen Zipfel. Hier wollen wir morgen Leuchtturm und eine riesiger Bunkeranlage aus dem WW2 besichtigen. Einen Stellplatz finden wir an den Sportanlagen.