Juli 22, 2024
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Nach einer regenreichen Nacht wachen wir auf dem durchweichten Busparkplatz von Christiansfeld auf. Leider ist mein Kopfkissen und die Matratze feucht, was entweder auf eine Undichtigkeit oder Kondenswasser zurückzuführen sein könnte. Wir hatten diese Nacht alle Luken und Fenster geschlossen, wegen des Regens. So heißt es also erstmal Kissen und Matratze trocknen. Wir frühstücken, nutzen die öffentliche Toilette vor Ort und gehen dann ins Städtchen. 2015 wurde Christiansfeld in die Liste der UNESCO Welterbestätten aufgenommen.

Die kleine Stadt wurde 1773 von der Herrnhuter Brüdergemeine gegründet. Sie ist bekannt für ihre gut erhaltene Architektur im Barockstil und ihr einzigartiges Stadtbild, das von einem rechtwinkligen Straßenplan geprägt ist.

Ein besonders interessantes Merkmal von Christiansfeld ist die enge Verbindung zur Herrnhuter Brüdergemeine, einer protestantischen Freikirche. Die Stadt wurde nach christlichen Prinzipien gestaltet und ist ein hervorragendes Beispiel für eine geplante Siedlung der Brüdergemeine. (Absichtlich: Gemeine ohne d)

Die helle säulenlose Kirche ohne jeden Schmuck hätte ohne die Kerzenhalter die Anmutung einer Mehrzweckhalle. Wir schauen uns noch den Gottesacker an, auf dem alle Grabstätten gleich, nach Geschlechtern getrennt und nach Osten ausgerichtet sind.

Ein weiteres Highlight ist der berühmte Christiansfelder Honigkuchen, der nach einem traditionellen Rezept hergestellt wird und weit über die Grenzen der Stadt hinaus bekannt ist. Wir ersparen ihn uns.

Nächster Halt ist Kolding. Es ist die erste Stadt, die etwas lebendiger wirkt und wir müssen für einen freien kostenlosen Parkplatz schon etwas suchen. Aber die Vorarbeit mit Google Maps hat sich gelohnt und so gehen wir bald auf den alles überragenden Hügel mit der massiven Burg, dem Koldinghus, zu. 1268 wurde die Ehrfurcht gebietende Feste errichtet, um über die Südgrenze des Königreichs zu wachen. Sie wurde im Lauf der Jahrhunderte immer umgebaut und erweitert und zu einem der wichtigsten Königsschlösser. 1808 kam es zu einem verheerenden Brand während die spanischen Truppen hier einquartiert waren. Die Burg brannte nieder und war fortan romantische Ruine. Erst Ende der 1970er Jahre wurde unter einem Architekten Ehepaar restauriert. Die umfangreichen Ausstellungen zeigen heute die Geschichte des Gebäudes, die historischen Räumlichkeiten und Sonderausstellungen. Wir dürfen eine Ausstellung zu Kleidern der dänischen Prinzessin, alten Gewandveredlungstechniken und dem ersten königlichen Porzellan Flora Danica -mit seinem naturalistischen floralen Dekor- bewundern.

Im Anschluss bummeln wir noch durch die Altstadt und finden 3 Juwele: Ein Bürgerhaus von 1589 mit Hinterhof und daneben ein Haus von 1632. Weiterhin noch das sog. Borchs Hus von 1595.

Nun fahren wir zum etwa 20 km entfernt liegenden Festungsstädtchen Fredericia, wo wir nach einem French Hotdog bei Biltema einen tollen Stellplatz an der Ostsee für die Nacht finden.