Die Ausstellung erklärt sehr ausführlich die Wehrtechnik und alle Räume des Bunkers, die wirklich toll erhalten, ausstaffiert und hergerichtet wurden. Man erfährt aber auch viel über die Wehrmacht in Hanstholm und ihr Verhältnis zur lokalen Bevölkerung. Der Kommandant war stets um ein gutes Auskommen bemüht und recht kompromissbereit und diplomatisch, was sich in einer wohl gar nicht so ablehnenden Haltung der Bevölkerung niederschlug. Man verdiente ganz ordentlich an den Baustellen und der Unterbringung der Soldaten. In Wehrmachtskreisen sprach man bei Abordnung nach Dänemark auch von der "Sahnefront", da es hier viele Lebensmittel gab, die in Deutschland bereits lange rationiert waren. So schickten die Soldaten Versorgungspakete nach Hause. Kurios: Auch von der Gefährdung her waren die Soldaten hier statistisch sicherer als die Verwandtschaft daheim unter ständigen Luftangriffen. Als Highlight kann man hier auch mit einem kleinen sog. Munitionsbähnchen, mit dem früher die Granaten bewegt wurden, über das Gelände und durch einen Bunker fahren. Gegen Mittag verlassen wir Hanstholm auf der Küstenstraße durch den Nationalpark Thy nach Süden. Zunächst sehen wir noch mehrere erhaltene Batterien in den Dünen, danach kilometerlang nur noch Nordseestrand. In Thisted essen wir zu Mittag und gehen dann ins örtliche Schwimmbad, wo Moni schwimmt und ich die Sauna nutze. Nachher fahren wir noch etwa 90 Kilometer schöne Landstraßen, über 2 Sunde bis nach Viborg. Hier wollen wir morgen einen tollen Discgolfkurs bespielen.
Festungsbunker Hanstholm, Fahrt durch den Nationalpark Thy, ein Halt im Schwimmbad und Fahrt über zwei Sunde nach Viborg
Nach einer ruhigen Nacht an den Hanstholm Hallen, einem wie wir später im Museum feststellen, historischen Gebäude der Wehrmacht, fahren wir früh dort weg an den Aussichtsparkplatz hoch über dem Hafen. Hier nutzen wir auch die öffentlichen Toiletten. Pünktlich zur Öffnung um 10 Uhr stehen wir am Bunkermuseum Hanstholm. Als erstes "grüßen" uns verschiedene Kanonen und Geschütze. Hervorstechend ist natürlich das überdimensional anmutendende 38 cm Kaliber Geschütz, welches den Grund darstellt, warum diese Festung überhaupt existiert. Mit diesem 20 Meter und 110 Tonnen Koloss, das Modell war ebenfalls auf dem unglücklichen Schlachtschiff Bismarck (1941 gesunken) verbaut, wollte man in Verbindung mit Seeminen und einem baugleichen Geschütz im gegenüber liegenden, norwegischen Kristiansand, den Skagerrak abriegeln. Das Geschütz konnte die riesigen 38 cm Kaliber Granaten in einer extra leichten Ausführung von 495 kg (normal 800 kg) knapp 55 km weit schießen. Dabei betrug die Flugzeit dann etwa 2 Minuten. Komplett montiert mit Gegengewicht und Mechanik wog das Geschütz dann in Stellung 680 Tonnen.