Nach dem Frühstück brechen wir auf, um heute den kompletten Tag zu Fuß zu unterwegs zu sein. Unser Besuch im Stadtteil Fatih beginnt mit der eindrucksvollen Şehzade-Moschee (Şehzade Camii), einem prächtigen Werk osmanischer Architektur aus dem 16. Jahrhundert. Entworfen von dem berühmten Architekten Sinan zu Ehren von Şehzade Mehmed, dem verstorbenen Sohn Sultan Süleymans des Prächtigen. Gleich daneben besichtigen wir das Mausoleum für den mit 21 Jahren verstorbenen Sohn Suleymans.
Anschließend führt uns der Weg zum Fatih Anıt Parkı, wo das überlebensgroße Reiterstandbild von Sultan Mehmed II. thront, der 1453 Konstantinopel eroberte. Danach passieren wir die Reste des Valens-Aquädukts aus dem 4. Jahrhundert n. Chr., das einst als römisches Bauwerk Wasser in die Stadt leitete. Die Wasserzufuhr war insgesamt ca 180 km lang. Auf der İtfaiye Caddesi, einer geschäftigen Straße mit Fleischern und anderen Lebensmittelhändlern, machen wir Halt und kaufen frischen Pfeffer und eine türkische Süßigkeit bei einem der vielen Gewürzhändler.
Ein Stückchen weiter treffen wir auf die Molla Zeyrek Camii, ursprünglich im 12. Jahrhundert als byzantinisches Kloster Pantokrator errichtet. Die Moschee ist heute eines der größten erhaltenen Gebäude aus der byzantinischen Zeit und beeindruckt durch die Verschmelzung von christlicher und islamischer Architektur.
Bei einem Tee auf der Terrasse des benachbarten Restaurants Fatih Belediyesi Çay Bahçesi können wir nochmals einen atemberaubenden Blick über Istanbul genießen, bevor wir zur Fatih-Moschee weitergehen, die wir nur von außen betrachten. Die Moschee in ihrer heutigen Form stammt aus dem 18. Jahrhundert, nachdem das ursprüngliche Bauwerk des 15. Jahrhunderts durch ein Erdbeben stark beschädigt wurde und anschließend im Barockstil wiederaufgebaut wurde.
Einige muslimische Mädchen verteilen an einem Stand die typischen frisch gewickelten Lollis aus Zuckermasse, die anderswo von Straßenhändlern verkauft werden und schenken auch uns einen.
Von dort aus spazieren wir ein längeres Stück durch quirlig volle Straßen zu den Edirnekapı-Stadtmauern, den Theodosianischen Mauern, die das byzantinische Konstantinopel umschlossen. Wir folgen dem Verlauf der beeindruckenden Mauern leicht bergab bis zum Tekfur Sarayı Müzesi (Porphyrogennetos-Palast). Dieser byzantinische Palast aus dem 12. Jahrhundert ist das einzig erhaltene Gebäude der byzantinischen Festung. Heute jedoch beherbergt es keine byzantinischen Artefakte, sondern eine Ausstellung über die Keramik- und Kachelmanufaktur, die während der osmanischen Zeit in diesem Gebäude betrieben wurde. Die osmanische Fliesenproduktion, die dort wieder auflebte, wird anschaulich in der Ausstellung gezeigt und gibt Einblicke in das Kunsthandwerk der Zeit. Unser Eindruck ist, Bauwerke und Reste aus der byzantinischen Zeit sind in fer Türkei weniger wertgeschätzt als alles, was irgendwie aus der osmanischen Phase stammt. So ist dieses tolle, fast 1000 Jahre alte Gebäude nur durch sein "Glück" in der osmanischen Zeit als Fliesenmanufaktur zweckentfremdet worden zu sein, heute ein restauriertes tolles Museum. Unser Tag endet im farbenfrohen Viertel Balat, wo wir im gemütlichen Cumbali Café, bei frisch geröstetem Kaffee, eine Pause einlegen und anschließend die charmanten, fotogenen Straßen des Viertels erkunden. Die farbenfrohen Gebäude und die lebhafte Atmosphäre des Viertels bieten eine schöne Kulisse, um den Tag ausklingen zu lassen. 






Als Abendessen nehmen wir wieder scharfe Cigköfte Röllchen mit Bulgur.