Oktober 18, 2024
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Nach einer überraschend ruhigen und erholsamen Nacht nehmen wir in frugales, aber ausreichendes Frühstück ein. Danach rüsten wir uns für einen Besichtigungstag. In unserer Studentenstraße um die Ecke geht es mit einem großen Latte to go los. Auf der Hauptachse der Altstadt gehen wir in Richtung Landspitze. Unterwegs passieren wir diverse kleinere Moscheen und den muslimischen Sultan Mahmut II. Friedhof. Auch auf die Cemberlitas genannte ehemalige Apollonsäule, die einst im alten Rom geklaut und 328 hier errichtet wurde, treffen wir am Straßenrand. Sie wurde 330 n.Chr. zur Einweihung Konstantinopels geweiht und anschließend zierten immer wieder amtierende Herrscher  die Spitze. Danach treffen wir irgendwann automatisch auf den Platz des ehemaligen byzantinischen Hippodroms. Schließlich landen wir an der Hagia Sophia. Gerade erscheint uns die Schlange für Eintrittskarten kurz, es wurden 2 Stunden und mehr genannt. Wir stellen uns also an und nach 20 Minuten habe ich die Karten. Hinein kommen wir freilich aber erst, wenn um 14.30 Uhr das Freitagsgebet beendet wurde. Wir stärken uns mit einem leckeren Maiskolben und warten in der Einlassschlange. Die Hagia Sophia stammt aus dem Jahr 537 und ist eine byzantinische Kuppelbasilika. Sie gilt als letztes großes und bei Weitem bedeutsamstes Bauwerk frühbyzantinischer Architektur. Von hier wurde früher die halbe Welt regiert. In der osmanischen Periode ab 1453 wurde sie zur Moschee umgestaltet und viele christliche Insignien überdeckt, was aber viele Kunstwerke vor Veränderungen bewahrte. Im frühen 20. Jh. wurde sie unter Atatürk zum Museum und 2020 dank des "lieben Erdogan" leider wieder zur Moschee umgeweiht. Damit verbunden wurde der Besucherverkehr deutlich verteuert und gleichzeitig die Besichtigung eingeschränkt. Zudem sind zahlreiche Bereiche, die nicht zum Islam passen, wieder verdeckt worden. Nichtsdestotrotz sind die prachtvollen Säulen, die Galerie, Mosaiken und die Kuppel sehr beeindruckend. Auch auf die Wikingerinschrift in Runen wird hingewiesen: "Halvdan war hier" und ein Ikonogramm für Arik sind auf einem Gelànder zu finden. Man vermutet, dass sie Mitglieder der varangianischen Garde des Kaisers waren. Nach der Besichtigung gibts noch einen Maiskolben beim Straßenverkauf, danach besuchen wir die berühmte Basilika Zisterne. Mit ihrer unterirdischen Fläche von 140x70 Metern und 336 Marmorsäulen ist sie wahrlich unbeschreiblich. Klar, dass sie auch als geheimnisvolle Kulisse für die Dreharbeiten von z.B. Sakrileg oder Liebesgrüße aus Moskau herangezogen wurde. Highlight sind die als Säulenlager recycelten Medusenköpfe an der hintersten Wand. Die Zisterne stammt aus der Zeit Justinians aus dem 6. Jh. , geriet in der osmanischen Periode in Vergessenheit bzw. wurde nicht als Trinkwasserreservoir genutzt. Erst im 16.Jh. wurde sie wiederentdeckt. Gegen Abend gehen wir durch den großen Basar in Richtung Hotel. Als Abendessen gibt es leckeres Dürum und als süßen Abschluss grandiose Waffeln mit Banane, Erdbeeren und Schokosoße.