Unser Wohnmobil steht auf einem kleinen Parkplatz unmittelbar an der Brücke zur Insel Thurø. Durch die Heckscheibe fällt der Blick direkt auf das Meer. Nach dieser friedlichen Nacht rollen wir zurück zum Parkplatz Christinenlund, den wir gestern Abend wegen des Nachtparkverbots verlassen mussten. Ein neuer Tag beginnt schließlich am besten gut organisiert: Wir erledigen die nötigen Servicearbeiten am Mobil, kümmern uns um die Entsorgung der Chemietoilette und gönnen uns eine ausgiebige Haarwäsche, bevor die Entdeckungstour weitergeht.
Unser erstes Ziel ist Svendborg, das historische Herz des fünischen Südens. Die Anfahrt zeigt schnell, wie beliebt die alte Seefahrerstadt im Sommer ist. Die stadtnahen Plätze sind komplett belegt, es herrscht reges Treiben. Schließlich werden wir nahe eines Sportzentrums fündig und spazieren von dort aus gemütlich in Richtung Innenstadt. Bevor wir tiefer in die Gassen eintauchen, machen wir Halt für einen ersten Kaffee bei Kirppu. Diese riesigen Secondhand-Flohmarkthallen sind aus dem dänischen Alltag kaum wegzudenken und bieten ein herrliches Stöbervergnügen.
Frisch gestärkt schlendern wir hinein in die belebte Fußgängerzone und erreichen bald den zentralen Hauptmarkt. Svendborg blickt auf eine traditionsreiche Geschichte zurück, was sich wunderbar an den beiden prägenden Sakralbauten ablesen lässt. Wir steuern zuerst die Vor Frue Kirke an, die auf dem höchsten Punkt der Stadt liegen, und entdecken wenig später die St. Nicolai Kirche, die versteckt zwischen den Häuserzeilen mit ihrem schlichten Backsteincharme bezaubert. In den schmalen Nebengassen stoßen wir immer wieder auf malerische Ecken mit liebevoll erhaltenen Fachwerkhäusern.
Schließlich zieht es uns hinunter zum alten Hafen. Hier schlägt das maritime Herz der Stadt ganz besonders spürbar. Am Steg wiegen sich alte Holzschiffe sanft im Wasser, die von echtem Schiffbauhandwerk zeugen. Wir spazieren hinüber zu den historischen Werfthallen. Wo früher schwere Arbeit den Alltag bestimmte, haben sich heute kreative Gastronomie und alternative Künstler niedergelassen, die den Hallen und Gebäuden ganz neues Leben einhauchen.
Der Rückweg führt uns am Freizeithafen vorbei, wo uns bereits von Weitem mitreißende Musik empfängt. Auf einer Open-Air-Bühne spielt eine Rockband und sorgt für Sommerstimmung. Wir nutzen die Gelegenheit für eine entspannte Mittagspause, bewaffnen uns mit frischen Snacks aus der Supermarktbäckerei und machen es uns auf einer Bank direkt am Hafenbecken gemütlich. Während wir den Klängen der Musik lauschen, beobachten wir die Segler, die ihre Boote mit eingespielten Handgriffen an den Kai manövrieren.
Bevor wir Svendborg hinter uns lassen, decken wir uns bei Lidl mit frischem Proviant für den nächsten Tag ein. Unser Ziel für den Abend ist Odense. Auf dem Langzeitparkplatz am Zoo stellen wir das Mobil ab, gerade als die ersten dicken Regentropfen auf das Dach prasseln. Zeit für ein Abendessen im Mobil und diesen Blog.