Am Parkplatz auf der anderen Seite der Schlei angekommen, stellen wir fest, dass auch hier schon einige Womos stehen. Wir machen uns auf und sind unter den ersten Besuchern an der Kasse. Man kann sich mittlerweile einen sehr guten Audioführer aufs Handy laden und bekommt auf Wunsch Informationen auf die Ohren. Haithabu ist, gemeinsam mit dem Dannewerk, seit ein paar Jahren Unesco Weltkulturerbe, was man auch bewusst präsentiert. Die Ausstellung wird in mehreren -nur architektonisch- nachgebildeten Langhäusern präsentiert. Den Angaben nach sind erst 5% ausgegrabenen, aber die Artefakte füllen schon eine komplette Ausstellung. Es werden die Themen Handel, Warenverkehr, Handwerke, Zahlungsmittel, Schmuck und Kunstvolles, sowie Transport und Nahrung beleuchtet. Bestimmt habe ich noch etwas vergessen. Jedenfalls wurde die gesamte Siedlung 1066 nach Slaweneinfällen aufgegeben. Wichtigstes Ausstellungsstück ist immer noch das konservierte Schiffswrack (Wrack 1) eines ca. 985 gebauten Kriegsschiffs, das brennend in der Hafeneinfahrt unterging. Es war kein Handelsschiff, sondern ein schnelles, 31 m langes Schlachtschiff und galt mutmaßlich als das schnellste Schiff der Ostsee. Einen guten Fußmarsch entfernt befinden sich einige wenige rekonstruierte Langhäuser am Ort, an dem ihre Spuren gefunden wurden. Auf dem Weg dorthin kann man auf einem Teil des halbkreisförmigen Schutzwalls gehen, der die Siedlung umschloss.In den Häusern sind Feuerstellen, Öfen, Bettlager und Handwerkswerkstätten zu sehen. Einige wenige Wikinger sind vor Ort und stehen für Fragen bereit oder bieten eine Kinderaktivität an. Leider ist der Hafen gesperrt. Wieder zurück am Museum stärken wir uns im Restaurant mit einer ordentlichen Portion Ofenkartoffel mit Matjesfilet bzw. Kartoffelsalat mit Wildbratwurst. Wirklich empfehlenswert und lecker. Danach nehmen wir uns noch den Rest der Ausstellung vor. Nachher sind wir zurück am Womo und überlegen, ob wir nach Norddeich fahren, um uns mit unseren Freunden dort zu treffen. Das Navi spuckt fast 400 km aus, doch damit nicht genug: in Niedersachsen enden die Schulferien, das Rockfestival Wacken ist gerade vorbei, sodass auf der Autobahn um Hamburg und an der Fähre Glücksburg die Hölle los ist. 90 Minuten Stau vor den Elbtunneln und 3 Stunden Wartezeit an der Fähre. Wir verwerfen schweren Herzens die Fahrt nach Norddeich und begeben uns auf Landstraßen bis nach Hamburg, dann mitten durchs Zentrum, über die Elbbrücken und erst dann wieder auf die Autobahn. Langwierig und etwas Kurverei, aber ohne Stau. Ziel ist Rotenburg an der Wümme, wo eine kleine, gepfegte 9 Bahn Discgolfanlage rund um das Heimathaus auf uns wartet. Zum Übernachten finden wir einen schmucklosen Parkplatz nahe eines Sees in einem Gewerbegebiet.
Schleswig Holm und Unesco Welterbe Haithabu
Nach einer Nacht mit Mückenbesuch auf dem ansonsten ruhigen und ebenen Parkplatz des dänischen Gymnasiums, frühstücken wir und fahren danach durch Schleswig zum Parkplatz des Museums Haithabu. Unterwegs kommen wir auch nahe der Fischersiedlung Schleswig Holm entlang. Hier die Fotos, die ich bereits gestern dort machte.